Berliner Universitäten stehen geschlossen hinter Verhandlungszielen des Projekts DEAL

Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin kündigen ihren Vertrag mit internationalem Verlag Elsevier
Einrichtungen fordern faire Preise und freien Zugang zu Wissen

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universtät Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin Nr. 180/2017 vom 30.06.2017

Die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin kündigen ihren Vertrag mit dem internationalen Verlag Elsevier. Sie fordern faire Preise und den freien Zugang zu Wissen.
Die Erklärung im Wortlaut:
„Die drei großen Berliner Universitäten und die Charité stehen geschlossen hinter den Verhandlungszielen des Projekts DEAL der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, das den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur verbessern möchte. Durch bundesweite Verträge mit den großen Verlagen Elsevier, Springer/Nature und Wiley sollen deren Zeitschriften auf ein neues Finanzierungsmodell umgestellt werden, das deutsche Wissenschaftseinrichtungen finanziell entlastet und gleichzeitig eine Bereitstellung ihrer Publikationen auf Open-Access-Basis erlaubt. Die Finanzierung soll künftig nicht mehr über Zeitschriftenabonnements erfolgen, sondern über die Publikationskosten eigener Artikel, die dann kostenfrei für jedermann verfügbar sind.
Über die Hälfte der Ausgaben deutscher Universitätsbibliotheken für Zeitschriften gehen derzeit an diese drei großen Verlage. Seit 2016 verhandelt das DEAL-Team unter der Leitung des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Horst Hippler, mit Elsevier über den Zugang zu allen Elsevier-Zeitschriften auf Basis der Finanzierung aller Elsevier-Artikel deutscher Autorinnen und Autoren. Doch der Verlagsriese will diesen Vorschlag bislang nicht aufgreifen. Über 70 wissenschaftliche Einrichtungen haben bereits 2016 ihre Zeitschriftenabonnements bei Elsevier gekündigt, um ihr gemeinsames Ziel durchzusetzen. In den kommenden Wochen werden ihnen viele weitere Wissenschaftseinrichtungen folgen.
Dieser breiten Front schließen sich nun auch die forschungs- und publikationsstarken Berliner Institutionen an: Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität und Charité werden ihren bis Ende 2017 laufenden Vertrag mit Elsevier nicht verlängern. Sie unterstützen vollumfänglich das Anliegen der DEAL-Initiative:

  • Alle am DEAL-Vertrag teilnehmenden wissenschaftlichen Einrichtungen haben dauerhaften Volltextzugriff auf das gesamte Spektrum an E-Journals von Elsevier.
  • Alle Publikationen von Autoren aus deutschen Einrichtungen erhalten automatisch eine Open-Access-Schaltung (CC-BY, inkl. Peer Review).
  • Angemessene Bepreisung nach einem einfachen, zukunftsorientierten Berechnungsmodell, das sich am Publikationsaufkommen orientiert.

Die Berliner Einrichtungen fordern damit Elsevier zur Fortführung konstruktiver Verhandlungen auf und bereiten sich gemeinsam auf veränderte Rahmenbedingungen der Informationsversorgung vor.“

Weitere Informationen:

    • Stefanie Terp, Pressesprecherin der Technischen Universität Berlin, Telefon: 030 / 314-23922, E-Mail: steffi.terp@tu-berlin.de
      Uwe Dolderer, Geschäftsbereichsleiter/Pressesprecher, Geschäftsbereich Unternehmenskommunikation, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Telefon 030 / 450-570401, E-Mail:uwe.dolderer@charite.de
    • Hans-Christoph Keller, Sprecher der Humboldt-Universität zu Berlin, Leiter Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 030 / 2093-2946, E-Mail: hans-christoph.keller@hu-berlin.de
    • Goran Krstin, Pressesprecher des Präsidenten der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-73106, E-Mail: goran.krstin@fu-berlin.de

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